Neue Technologien, Transformation und Fachkräftemangel: Unternehmen müssen Kompetenzen früh erkennen und gezielt weiterentwickeln. Wie das gerade für kleine und mittlere Unternehmen gelingen kann, war am 1. Oktober Thema einer Community of Practice bei miteinanderleben e.V. in Büchenbronn. Referent war Wolfgang Werner, Berater im Projekt transform.by am Forschungsinstitut Betriebliche Bildung (f-bb).
Die wichtigsten Impulse:
Rollen statt Stellen. Wer über Kompetenzen spricht, sollte stärker in Rollen denken. Verändern sich Aufgaben und Anforderungen, verändern sich auch die Rollen der Mitarbeitenden.
Erfolg kann Veränderung bremsen. Läuft es gut, wird der Veränderungsdruck oft weniger wahrgenommen. Der Blick auf künftig benötigte Kompetenzen wird dadurch schnell aufgeschoben. Gerade dann ist aber ein guter Zeitpunkt, vorausschauend zu planen.
Fach- und Führungskräfte einbeziehen. Sie kennen Aufgaben und Arbeitsprozesse und können einschätzen, welche Kompetenzen bereits vorhanden sind und wo Entwicklungsbedarf entsteht.
Von der Planung zum kontinuierlichen Kompetenzmanagement. Strategische Personal- und Kompetenzplanung ist die Grundlage, ihren Nutzen entfaltet sie aber erst, wenn sie als kontinuierlicher Prozess im Unternehmen verankert wird. Dazu gehören regelmäßige Analysen, die Verbindung mit der Unternehmensstrategie und eine systematische Überprüfung der Entwicklung.
Ein Gedanke aus dem Vortrag:
Wenn Kompetenzen systematisch erfasst und entwickelt werden, stellt sich auch die Frage, wie diese im Unternehmen bewertet werden. Wolfgang Werner brachte hier ein kompetenzbasiertes Entlohnungssystem ins Spiel.
Vorgestellt wurden außerdem die kostenfreien Tools PYTHIA und SIBYL, die kleine und mittlere Unternehmen bei der strategischen Personal- und Kompetenzplanung unterstützen.
Kompetenzen im Arbeitsalltag: Einblick bei mlbricks
Martin Sattler gab einen Einblick in miteinanderleben e.V. und insbesondere in den Geschäftsbereich mlbricks, durch dessen Räume es anschließend eine Führung gab. Rund 60 Menschen arbeiten dort, mehr als eine Million LEGO®-Steine lagern vor Ort und werden in die ganze Welt verschickt, unter anderem nach China und in die USA.
Auch wenn die Führung fand außerhalb der Arbeitszeiten stattfand, waren die Kompetenzen hinter der Arbeit schnell zu erkennen: Geduld und Ausdauer, ein geschultes Auge für Farben und Formen und die Fähigkeit, ein LEGO®-Original sicher zu erkennen. Allein bei den Farben gilt es, 158 verschiedene Töne auseinanderzuhalten.
Herzlichen Dank an das Team von mlbricks und miteinanderleben e.V. für die Gastfreundschaft und die interessanten Einblicke!