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Umwelttechnik: Wenn die Landesagentur bestätigt, was wir unseren Unternehmen schon länger empfehlen

Umwelttechnik: Wenn die Landesagentur bestätigt, was wir unseren Unternehmen schon länger empfehlen

Eine neue Studie des Landes Baden-Württemberg zeigt: Automobilzulieferer haben in GreenTech-Märkten bessere Karten, als viele denken. Die Methodik dahinter kommt uns bekannt vor.

Wer mit Geschäftsführungen in der Region spricht, hört seit Jahren dieselbe Frage: Wohin mit unseren Kompetenzen, wenn die Aufträge aus dem Verbrenner zurückgehen? Die Antwort, die wir bei TraFoNetz geben, ist klar: Diversifizierung. Und zwar nicht ins Blaue, sondern in Märkte, die zu den vorhandenen Stärken passen. Deshalb haben wir vier Markteintrittshandbücher erstellen lassen, jeweils eines für Medizintechnik, Umwelttechnik, Luft- und Raumfahrt sowie Verteidigung. Vier Märkte, die Präzisionsfertigung, Qualitätssicherung und Serienkompetenz brauchen. Genau das, was Zulieferer können.

Jetzt kommt Rückenwind von der Landesebene.

468 Milliarden Euro Markt, und wir sitzen mittendrin

Ende März 2026 hat die Landesagentur Umwelttechnik BW im Literaturhaus Stuttgart eine neue Studie vorgestellt: „Unternehmen im Wandel: Mit GreenTech erfolgreich wachsen“. Der weltweite Markt für Umwelttechnik lag 2022 bei 468,5 Milliarden Euro. Die Zahl der Erwerbstätigen in der GreenTech-Branche in Baden-Württemberg ist zwischen 2010 und 2023 jährlich um 2,5 Prozent gewachsen, fast doppelt so schnell wie die Gesamtwirtschaft (1,4 %). Das ist kein Nischenthema. Das ist ein Wachstumsmarkt.

Die Studie hat sich dabei gezielt an Unternehmen gerichtet, die Umwelttechnik nicht als reines Nachhaltigkeitsthema betrachten, sondern als konkreten Wachstumsraum. Im Fokus: 402 Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes in Baden-Württemberg, 100 bis 500 Mitarbeitende. Also genau die Größenklasse, die auch bei uns im Nordschwarzwald das Rückgrat der Wirtschaft bildet.

Dieselbe Logik, die auch hinter unseren Handbüchern steckt

Was die Studie besonders interessant macht: Sie folgt genau dem Dreischritt, den auch unsere TraFoNetz-Markteintrittshandbücher nutzen.

Erstens: Unternehmenskompetenzen erfassen. Per Webcrawler wurden die Kompetenzprofile der 402 Unternehmen von deren Websites erhoben und zu Clustern gebündelt. Was können diese Betriebe? Präzisionsfertigung, Materialbeherrschung, Serienprozesse, Systemintegration.

Zweitens: Markttrends identifizieren. Über 30.000 Forschungsartikel wurden mit KI-Unterstützung ausgewertet und vier GreenTech-Leitmärkten zugeordnet: Energie, Carbon Management, Bioökonomie und Wasserwirtschaft.

Drittens: Kompetenzen und Trends zusammenbringen. Aus dem Matching entstanden konkrete Angebotsideen, sogenannte Value Propositions. Oder einfacher gesagt: Antworten auf die Frage, was ein Zulieferer mit seinen bestehenden Fähigkeiten in GreenTech-Märkten anbieten könnte.

Wer unsere Markteintrittshandbücher kennt, erkennt die Struktur sofort: Bestandsaufnahme der eigenen Stärken, Zielmarktanalyse, systematischer Abgleich. Die Landesagentur bestätigt damit auf Basis von 402 Unternehmen, was wir in unseren Handbüchern für die Region Nordschwarzwald empfehlen. Das ist für uns eine wichtige Validierung.

Die Hochschule Pforzheim als Brücke

Besonders bemerkenswert: Die Studie und der begleitende Praxisleitfaden wurden von der Hochschule Pforzheim miterstellt. Prof. Dr. Claus Lang-Koetz vom Institut für Industrial Ecology (INEC) ist Co-Autor beider Publikationen und hat das 6-Schritte-Vorgehensmodell maßgeblich mitentwickelt.

Die gleiche Hochschule Pforzheim, die TraFoNetz-Partner der ersten Stunde ist. Das INEC hat bereits die Circular-Economy-Studie für Automobilzulieferer gemeinsam mit TraFoNetz erarbeitet und forscht seit Jahren zu Innovationsmanagement, Technologietransfer und Ressourceneffizienz in der Region.

Die Wissenschaftler, die mit uns an der Transformation im Nordschwarzwald arbeiten, gestalten also gleichzeitig die Methodik auf Landesebene mit. Unsere Unternehmen profitieren von beiden Seiten: von den regionalen TraFoNetz-Angeboten und von den landesweiten Erkenntnissen aus Stuttgart.

Ein Praxisleitfaden mit sofort nutzbaren Werkzeugen

Neben der Studie hat Umwelttechnik BW einen Praxisleitfaden veröffentlicht, der das 6-Schritte-Vorgehensmodell beschreibt. Vier Canvas-Formulare stehen zum Download bereit: ein Suchraum Canvas (Wo wollen wir hin?), ein Kompetenz Canvas (Was können wir?), ein Opportunity Canvas (Welche Chancen passen?) und ein Konzept Canvas (Wie setzen wir um?).

Ergänzt werden diese Werkzeuge durch vier Fallstudien von Unternehmen, die den Einstieg in GreenTech-Märkte bereits vollzogen haben. Darunter Heidelberger Druckmaschinen, die über ihre Tochter Amperfied vom Druckmaschinenbauer zum Ladeinfrastruktur-Anbieter wurden. Oder CropEnergies (Südzucker-Gruppe), die von der Ethanol-Produktion in biobasierte Chemikalien diversifizieren. Die Botschaft der Fallstudien: Die größten Hürden lagen selten in der Technik. Entscheidend war der Aufbau neuer Vertriebswege, Kundenstrukturen und Serviceorganisationen.

Was heißt das für Unternehmen im Nordschwarzwald?

Die Kombination ist stark: Unsere TraFoNetz-Markteintrittshandbücher liefern den regionalen Einstieg mit konkreter Anleitung für den jeweiligen Zielmarkt. Die Studie und der Leitfaden von Umwelttechnik BW ergänzen das um eine landesweite Datenbasis, Branchenzahlen und praxiserprobte Workshop-Werkzeuge. Beides zusammen ergibt einen Werkzeugkasten, der vom ersten Selbstcheck bis zum Pilotprojekt trägt.

Studie, Leitfaden und Formulare stehen kostenfrei zum Download bereit. Die TraFoNetz-Handbücher finden Sie unter trafonetz.de/markteintritt.

Drei Dinge, die wir mitnehmen
  1. Umwelttechnik ist kein Nischenfach. Hinter GreenTech stehen vier Leitmärkte mit konkreter industrieller Nachfrage: Energie, Carbon Management, Bioökonomie und Wasserwirtschaft. Unternehmen, die Präzision, Qualität und Serienprozesse beherrschen, finden dort Kunden, die genau das suchen.
  2. Die Methodik funktioniert. Kompetenzen erfassen, mit Markttrends abgleichen, passende Angebote ableiten. Das ist der Weg, den unsere Handbücher beschreiben, und die Landesagentur hat ihn mit 402 Unternehmen validiert.
  3. Wir sind gut vernetzt. Mit der Hochschule Pforzheim haben wir einen Partner im Netzwerk, der die landesweite Studienmethodik mitentwickelt hat und gleichzeitig die regionale Umsetzung bei TraFoNetz begleitet. Diese Verbindung von Forschung und Praxis ist ein echter Standortvorteil.
Ihre nächsten Schritte:

→  TraFoNetz-Markteintrittshandbücher herunterladen: trafonetz.de/markteintritt

→  Studie und Praxisleitfaden von Umwelttechnik BW: www.umwelttechnik-bw.de

→  Fragen zur Diversifizierung? Sprechen Sie uns an: info@trafonetz.de