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Was Althengstett im Nordschwarzwald mit der internationalen Luftfahrt verbindet

Was Althengstett im Nordschwarzwald mit der internationalen Luftfahrt verbindet

v.l. Helmut Riegger, Landrat und Aufsichtsratsvorsitzender der Wirtschaftsförderung Nordschwarzwald GmbH, Johannes Feldmann, Geschäftsführer SFS Group Germany GmbH, Jochen Protzer, Geschäftsführer Wirtschaftsförderung Nordschwarzwald GmbH
Business Talk auf der Expo Real in München mit Johannes Feldmann, Geschäftsführer SFS GROUP GERMANY GMBH, Althengstett und Jochen Protzer, Geschäftsführung der Wirtschaftsförderung Nordschwarzwald

Wie hoch spezialisierte Industriestandorte im Nordschwarzwald von internationalen Wachstumsmärkten profitieren können – und was sie dafür brauchen.

Sie sind oft nur wenige Zentimeter groß und für Flugpassagiere kaum sichtbar. Doch ohne hochpräzise Befestigungselemente und Verbindungssysteme geht in der modernen Luftfahrt wenig. Entwickelt und hergestellt werden solche Komponenten auch in Althengstett im Landkreis Calw. Wie sich ein hoch spezialisierter Industriestandort aus dem Nordschwarzwald in einem anspruchsvollen internationalen Markt behauptet, war Thema eines Business-Talks der Wirtschaftsförderung Nordschwarzwald auf der EXPO REAL in München.

Zu Gast bei WFG-Geschäftsführer Jochen Protzer war Johannes Feldmann, Geschäftsführer der SFS Group Germany GmbH. Im Mittelpunkt des Gesprächs standen die Entwicklung der Luftfahrtindustrie, die Herausforderungen der industriellen Transformation und die Zukunft des Produktionsstandorts Althengstett.

Kleine Komponenten, hohe Verantwortung

Die SFS Group zählt zu den international tätigen Herstellern von Präzisionskomponenten und mechanischen Befestigungssystemen. Ihre Tochtergesellschaft SFS Group Germany entwickelt am Standort Althengstett standardisierte und kundenspezifische Lösungen für Flugzeugkabinen und -strukturen. Die Anforderungen sind hoch: geringes Gewicht, zuverlässige Funktion, lange Lebensdauer und kompromisslose Qualität.

Das Know-how reicht von der Entwicklung über die Qualifikation bis zur industriellen Serienfertigung. Hinter einem vermeintlich einfachen Befestigungselement stehen häufig aufwendige Entwicklungsprozesse, anspruchsvolle Werkstofftechnologien und umfassende Qualitätssicherung.

Während zahlreiche traditionelle Industriebranchen in Deutschland derzeit unter erheblichem Transformationsdruck stehen, eröffnet die internationale Luftfahrt spezialisierten Unternehmen neue Perspektiven. Auch die SFS Group baut ihr Engagement in diesem Markt weiter aus. Im Juli kündigte der Schweizer Konzern die Übernahme des amerikanischen Luftfahrtzulieferers Heartland Precision Fasteners an und unterstrich damit seine internationale Wachstumsstrategie.

Für den Nordschwarzwald ist das ein interessantes Beispiel dafür, wie technologische Kompetenz aus der Region in globale Wertschöpfungsketten eingebunden ist.

Die Zukunft des Industriestandorts entscheidet sich nicht allein im Unternehmen

Im Gespräch mit Johannes Feldmann ging es auch um die Frage, welche Voraussetzungen Industrieunternehmen benötigen, um im internationalen Wettbewerb bestehen zu können. Denn selbst hoch spezialisierte Unternehmen stehen vor der Herausforderung, steigende Kosten, zunehmende regulatorische Anforderungen und einen intensiven Innovationswettbewerb miteinander in Einklang zu bringen. Gleichzeitig verlangen die Entwicklung neuer Technologien und die Automatisierung der Produktion kontinuierliche Investitionen und qualifizierte Mitarbeitende.

Gerade bei sicherheitsrelevanten Komponenten für die Luftfahrt bleibt das Zusammenspiel von technologischer Innovation, Erfahrung und menschlicher Verantwortung entscheidend. Für WFG-Geschäftsführer Jochen Protzer ist deshalb klar, dass die industrielle Zukunft der Region wesentlich davon abhängt, ob solche Unternehmen hier langfristig gute Entwicklungsbedingungen vorfinden.

„Wir sprechen häufig über die großen Herausforderungen unserer Automobilzulieferer. Dabei dürfen wir nicht übersehen, welche technologischen Kompetenzen wir bereits in anderen anspruchsvollen Märkten haben. Althengstett ist dafür ein hervorragendes Beispiel. Hier entsteht hoch spezialisierte Technik für die internationale Luftfahrt. Solche Standorte sind für unsere Region von großer Bedeutung – und sie brauchen auch künftig Raum für Innovationen, qualifizierte Fachkräfte und wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen“, so Protzer.

Internationale Märkte, regionale Arbeitsplätze

Die Verbindung von globaler Marktpräsenz und regionaler Wertschöpfung ist für die Wirtschaftsförderung Nordschwarzwald ein zentrales Zukunftsthema. Mit rund 13.600 Mitarbeitenden weltweit und einem Jahresumsatz von rund 3,06 Milliarden Schweizer Franken im Jahr 2025 gehört die SFS Group zu den international aufgestellten Industrieunternehmen. Der Standort Althengstett bringt seine besonderen Kompetenzen in der Luftfahrttechnik in dieses Netzwerk ein. Auch wenn die SFS Group global aufgestellt ist, hebt Geschäftsführer Johannes Feldmann die besondere Bedeutung des deutschen Standortes im Landkreis Calw hervor: „SFS ist das Luftfahrtherz, das hier schlägt. Darauf sind wir sehr stolz“.

Für den Nordschwarzwald bedeutet dies nicht nur hochwertige industrielle Arbeitsplätze. Gerade hoch spezialisierte Unternehmen bieten qualifizierten Fachkräften anspruchsvolle Entwicklungsmöglichkeiten und tragen dazu bei, technologisches Wissen langfristig in der Region zu halten.

„Unsere Aufgabe als Wirtschaftsförderung ist es, solche Kompetenzen sichtbar zu machen, Unternehmen miteinander zu vernetzen und gemeinsam mit unseren Partnern die Voraussetzungen für künftige Investitionen zu verbessern. Wir haben im Nordschwarzwald mehr industrielle Zukunftstechnologien, als man auf den ersten Blick vermuten würde“, betonte Protzer.

Der Business-Talk mit Johannes Feldmann fand am Gemeinschaftsstand des Landes Baden-Württemberg auf der EXPO REAL statt. Mit dem Gespräch rückte die Wirtschaftsförderung Nordschwarzwald bewusst auch die industrielle Leistungsfähigkeit der Region in den Mittelpunkt ihres internationalen Messeauftritts.

Über die Wirtschaftsförderung Nordschwarzwald

Die Wirtschaftsförderung Nordschwarzwald GmbH ist die regionale Wirtschaftsförderungsorganisation für die Stadt Pforzheim und die Landkreise Calw, Enzkreis und Freudenstadt. Sie unterstützt Unternehmen, Kommunen und weitere Partner bei der wirtschaftlichen Entwicklung und Transformation der Region.

Pressemitteilung zum Download hier: PM_30_Expo Real_Business Talk_SFS