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Grünes Licht aus Berlin für erste Stufe von TraFoNetz 2.0: Die Transformation im Nordschwarzwald wird weiter unterstützt

Grünes Licht aus Berlin für erste Stufe von TraFoNetz 2.0: Die Transformation im Nordschwarzwald wird weiter unterstützt

v.l. Prof. Dr. Bernhard Kölmel, Landrat Helmut Riegger, Katharina Bilaine, Jochen Protzer

Positive Bewertung der Antragsskizze ebnet den Weg zur zweiten Förderrunde – Region bündelt Kräfte für Zukunftsfähigkeit von Industrie und Arbeitsmarkt im Nordschwarzwald

Ein strategischer Meilenstein für die Region ist gesetzt: Die Wirtschaftsförderung Nordschwarzwald GmbH (WFG) hat vom Bundeswirtschaftsministerium die Bestätigung erhalten, dass ihre Antragsskizze „Transformationsnetzwerk Nordschwarzwald 2.0“ die erste Antragstufe des Förderverfahrens passiert hat. Nun geht es in die finale Etappe, um TraFoNetz nach 2026 weiterführen zu können.

Mit der positiven Bewertung der Antragsskizze hat die WFG die formelle Einladung zur Ausarbeitung des Vollantrags erhalten. Für die Unternehmen und Beschäftigten der Region sendet dies das klare Signal, dass der strukturierte Weg zur Zukunftsfähigkeit in die entscheidende Umsetzungsphase kommt, erklären WFG- Geschäftsführer Jochen Protzer und Professor Dr. Bernhard Kölmel vom Verbundpartner Hochschule Pforzheim.

Das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) genutzte zweistufige Antragsverfahren filtert gezielt Konzepte heraus, die sowohl fachliche Tiefe als hohe regionale Verankerung aufweisen. Die Rückmeldung aus Berlin bestätigt die Qualität des eingereichten Ansatzes und unterstreicht die besondere Relevanz des Vorhabens für eine Wirtschaftsregion, die vom Strukturwandel in der Automobil- und Zulieferindustrie direkt betroffen ist.

„Das sehr positive Feedback aus Berlin ist mehr als eine formelle Einladung zum Vollantrag, sie ist ein klares Bekenntnis zur Qualität unseres regionalen Transformationskonzepts. Wir haben die Strukturen geschaffen, jetzt geht es darum, sie mit weiter Leben zu füllen und Unternehmen auf dem Weg in neue Technologiefelder und Märkte konkret zu begleiten“, sagt WFG-Geschäftsführer Jochen Protzer und bedankt sich bei der Bundespolitik und den Bundestagsabgeordneten der Region für Begleitung und Unterstützung.

Auf dem Fundament von TraFoNetz 1.0, das im November 2022 begonnen und operative Impulse gesetzt hat, solle die nächste Förderphase von Januar 2027 bis Dezember 2029 den Fokus gezielt auf Verstetigung, datengestützte Steuerung und verbindliche Umsetzungsformate legen. Bisherige Kennzahlen belegen die Reichweite und den Mehrwert des Netzwerks: Rund 350 vor Ort besuchte Unternehmen, über 170 Veranstaltungen und mehr als 11.000 erreichte Teilnehmende bei Veranstaltungen zeigen laut Protzer, dass der Bedarf an strukturierter Begleitung in der Breite der Wirtschaft angekommen ist.

„Nach drei Jahren intensiver Netzwerkarbeit wissen wir genau, wo wir die Hebel ansetzen müssen. TraFoNetz 2.0 verschiebt den Fokus von der Sensibilisierung hin zu verbindlichen Modulen, die Unternehmen und Beschäftigte im Nordschwarzwald gleichermaßen voranbringen“, bilanziert TraFoNetz-Projektleiterin Katharina Bilaine.

Die strategische Stärke des Ansatzes liegt in der gebündelten regionalen Expertise. Die WFG übernimmt erneut die Konsortialführung, während die Hochschule Pforzheim als offizielle Verbundpartnerin mit eigenem Budget und wissenschaftlichen Transferleistungen eingebunden ist. Neu im Kernkonsortium vertreten sind die IHK Nordschwarzwald und die Handwerkskammer Karlsruhe, die von der Rolle der assoziierten Partner in die aktive strategische Steuerung mit einsteigen.

Ergänzt durch die Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim und die AgenturQ (eine gemeinsame Einrichtung der IG Metall Baden-Württemberg und Südwestmetall) bildet sich ein geschlossenes Bündnis aus Wirtschaft, Wissenschaft, Arbeitsmarkt und Sozialpartnern. „Der Nordschwarzwald beweist, dass Strukturwandel kein Schicksal ist, sondern aktiv gestaltet werden kann. Die Bündelung dieser Akteure ist der Schlüssel, um die industrielle Wertschöpfung zu sichern und der Region auch über die aktuelle Förderphase hinaus eine verlässliche Perspektive zu geben“, unterstreicht Helmut Riegger, Aufsichtsratsvorsitzender der WFG und Landrat des Landkreises Calw.

Im Zentrum von TraFoNetz 2.0 steht ein modularer Werkzeugkasten, der Unternehmen praxisnahe Hebel für den Wandel an die Hand gibt. Geplant sind ein datenbasiertes Transformationsradar zur kontinuierlichen Marktbeobachtung, praxisorientierte Transferformate wie die Future Labs der Hochschule, eine arbeitsmarktpolitische Drehscheibe für passgenaues Matching sowie systematische Diversifizierungsmodule.

Alle Angebote werden kostenfrei gestaltet, sie legen den Fokus auf die langfristige Wettbewerbsfähigkeit der Region. „TraFoNetz 2.0 übersetzt wissenschaftliche Expertise direkt in unternehmerische Praxis. Mit dem Transformationsradar und unseren Future Labs schaffen wir Räume, in denen Unternehmen neue Technologien erproben und ihre Kernkompetenzen gezielt in zukunftsfähige Geschäftsfelder transferieren können“, erklärt Professor Dr. Bernhard Kölmel von der Hochschule Pforzheim.

Für die dreijährige Laufzeit von TraFoNetz 2.0 ist ein Fördervolumen von insgesamt 5,4 Mio. € beantragt, das vollständig aus Bundesmitteln gedeckt werden soll. Davon entfallen rund 1,5 Mio € auf den Verbundpartner Hochschule Pforzheim. Die finale Bewilligung erfolgt erst nach formeller Prüfung des Vollantrags, doch die aktuelle positive Rückmeldung unterstreicht die bundesweite Überzeugungskraft des Nordschwarzwälder Modells, ist WFG-Geschäftsführer Protzer zuversichtlich.

Der Aufsichtsrat der WFG hat zudem bereits den Grundsatzbeschluss gefasst, das Netzwerk über die Bundesförderung hinaus ab 2030 nachhaltig in regionaler Trägerschaft zu verankern. Damit zeichnet sich ein klares Bild ab: Die Fortführung von TraFoNetz ist keine optionale Maßnahme, sondern eine strategische Notwendigkeit, um die industrielle Wertschöpfung und die rund 30.000 direkt von der Automobil- und Zulieferbranche abhängigen Arbeitsplätze zukunftssicher zu begleiten, macht WFG- Aufsichtsratsvorsitzender Helmut Riegger deutlich.

Die hinzu gekommenen und die bewährten Konsortialpartner bekräftigen ihre gemeinsame Verantwortung für den Vollantrag: „Als langjährige Partnerin der WFG intensiviert die IHK Nordschwarzwald ihre Rolle im TraFoNetz nun als Konsortialpartnerin. Ziel ist es, Transformationsimpulse gezielt in die Unternehmen zu tragen und sie insbesondere bei Qualifizierung und der Erschließung neuer Märkte zu unterstützen – für eine nachhaltig wettbewerbsfähige Wirtschaftsregion Nordschwarzwald“, betont Tanja Traub, Hauptgeschäftsführerin der IHK Nordschwarzwald.

Und Benedikt Koziol fügt hinzu: „Das Handwerk ist ein zentraler Treiber der regionalen Wertschöpfung und braucht praxisnahe Plattformen für den Wandel. Durch die enge Verzahnung im Konsortium können wir nun gezielt ansetzen, um Qualifizierung, Diversifizierung und Kooperationen direkt in die Werkstätten und Betriebe zu tragen“, so der Leiter Geschäftsbereich Wirtschaftsförderung der Handwerkskammer Karlsruhe.

Martina Lehmann, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim und von Beginn an im Kernkonsortium vertreten, unterstreicht die hohe Bedeutung: „Wo sich Branchen wandeln, verändern sich Arbeitsplätze und Anforderungen in hoher Geschwindigkeit. Als Agentur für Arbeit bringen wir daher neben unserer Arbeitsmarktexpertise konkrete Instrumente ein, um individuelle und passgenaue Qualifizierung für die Beschäftigten zu ermöglichen. Unser Ziel: Konkrete und zukunftssichere Perspektiven schaffen“.

Dr. Stefan Baron, Geschäftsführer der AgenturQ, rundet die gemeinsame Position ab: „Transformation gelingt nur, wenn sie in den Betrieben verankert wird. Im neuen Konsortium arbeiten wir eng mit Unternehmen und Betriebsräten zusammen, um vor Ort maßgeschneiderte Weiterbildungsstrategien zu entwickeln. So stärken wir nicht nur die Beschäftigungsfähigkeit, sondern auch die Innovationskraft der Betriebe von innen heraus.“

Der Vollantrag wird nun finalisiert und fristgerecht eingereicht. Jochen Protzer hat an einem finalen „Go“ aus Berlin keinen Zweifel, denn: „Die Region Nordschwarzwald geht mit einem schlagkräftigen, partnerschaftlich getragenen und überzeugenden Konzept in die zweite Stufe des Bundesverfahrens.“

Zur Pressemitteilung: PM_15_TrFN_2.0_Vollantrag