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Circular Economy: Nordschwarzwald bringt Perspektiven der Kunststoffindustrie auf die Bühne

Circular Economy: Nordschwarzwald bringt Perspektiven der Kunststoffindustrie auf die Bühne

Wie kann eine zukunftsfähige Kunststoffwirtschaft aussehen – und welche Rolle spielen dabei regionale Netzwerke? Diese Frage stand im Mittelpunkt einer Podiumsdiskussion auf der Fachmesse KPA – Kunststoff Produkte Aktuell in Ulm.

Die KPA ist eine Fachmesse für Design, Entwicklung und Beschaffung von Kunststoffprodukten und bringt Unternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette zusammen – von Materialherstellern über Verarbeiter bis zu industriellen Anwendern.

Auf dem Panel diskutierten Jochen Protzer (Wirtschaftsförderung Nordschwarzwald), Dejan Micic (INNONET Kunststoff) und Torsten Becker (carbonauten GmbH) über neue Ansätze für eine zirkuläre Kunststoffwirtschaft.

Im Mittelpunkt stand eine zentrale Erkenntnis: Kreislaufwirtschaft entsteht vor allem dort, wo Unternehmen regional zusammenarbeiten.

Gerade industrielle Regionen wie der Nordschwarzwald verfügen über gute Voraussetzungen dafür – mit einer starken Kunststoffindustrie, zahlreichen mittelständischen Unternehmen und einem engen Netzwerk aus Wirtschaft, Forschung und Clustern.

„Transformation beginnt vor Ort – dort, wo Unternehmen, Technologien und Wertschöpfung zusammenkommen“, betonte Jochen Protzer, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Nordschwarzwald.

Auch Dejan Micic, Geschäftsführer des Branchennetzwerks INNONET Kunststoff, unterstrich die Bedeutung enger Kooperationen:

„Eine erfolgreiche Kreislaufwirtschaft entsteht nicht im Alleingang. Sie braucht starke Netzwerke entlang der gesamten Wertschöpfungskette – vom Material über die Verarbeitung bis zum Recycling.“

Europäisches Projekt CSSBoost: Nordschwarzwald als Pilotregion

Ein wichtiger Impuls für diese Entwicklung kommt aus dem europäischen Innovationsprojekt CSSBoost, an dem die Wirtschaftsförderung Nordschwarzwald gemeinsam mit internationalen Partnern beteiligt ist.

Ziel des Projekts ist es, sogenannte Circular Systemic Solutions zu entwickeln – also systemische Lösungen für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft auf regionaler Ebene. Der Nordschwarzwald ist dabei eine der europäischen Pilotregionen.

Gemeinsam mit Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Branchennetzwerken werden insbesondere Wertschöpfungsketten der Kunststoffindustrie analysiert, digital abgebildet und stärker miteinander vernetzt. Dadurch sollen Materialkreisläufe transparenter werden, Kooperationen zwischen Unternehmen erleichtert und neue nachhaltige Geschäftsmodelle ermöglicht werden.

Die Diskussion auf der KPA machte deutlich: Die Transformation hin zu einer zirkulären Wirtschaft ist nicht nur eine ökologische Herausforderung – sie bietet auch neue wirtschaftliche Chancen für innovative Unternehmen und Regionen.