Tradition trifft Transformation: Mit dem Bundesverband Schmuck, Uhren, Silberwaren und verwandte Industrien (BVSU) gewinnt TraFoNetz einen neuen Kooperationspartner, der wie kaum ein anderer für die Verbindung von industrieller Tradition, Präzision und erfolgreichem Strukturwandel in der Region Pforzheim steht. Die Partnerschaft eröffnet zugleich neue Möglichkeiten, Unternehmen branchenübergreifend miteinander zu vernetzen und vorhandene Kompetenzen für Zukunftsmärkte nutzbar zu machen.
Der Nordschwarzwald und insbesondere der Wirtschaftsraum Pforzheim verfügen über eine lange industrielle Tradition. Schmuck, Uhren, Feinmechanik sowie die Verarbeitung und Veredelung von Metallen und anderen Werkstoffen haben den Standort über Jahrzehnte geprägt. Der 1947 gegründete Bundesverband Schmuck, Uhren, Silberwaren und verwandte Industrien (BVSU) vertritt heute mehr als 170 überwiegend mittelständische Unternehmen und deren Interessen auf nationaler und europäischer Ebene.
Gerade diese Verbindung von Tradition und Veränderungsfähigkeit macht den BVSU zu einem besonders wertvollen Kooperationspartner für das Transformationsnetzwerk Nordschwarzwald. Denn die Geschichte der Pforzheimer Schmuck- und Uhrenindustrie zeigt eindrucksvoll, dass tiefgreifender Strukturwandel nicht zwangsläufig den Verlust industrieller Kompetenz bedeutet. Im Gegenteil: Vorhandenes Know-how kann zur Grundlage neuer Märkte und Geschäftsmodelle werden.
Strukturwandel ist Teil der Pforzheimer Industriegeschichte
Ab den 1970er-Jahren geriet die traditionsreiche Schmuck- und Uhrenindustrie durch die Verlagerung von Massenproduktion in Länder mit niedrigeren Produktionskosten sowie durch die Quarzkrise massiv unter Druck. Darauf reagierte der Standort mit einer grundlegenden Neuausrichtung. Die Produktion von hochwertigem Schmuck und anspruchsvollen Uhrenteilen blieb erhalten. Die Produktion von hochwertigem Schmuck und anspruchsvollen Uhrenteilen blieb erhalten. Kompetenzen aus Feinmechanik und Präzisionsfertigung entwickelten sich weiter und fanden neue Einsatzfelder, unter anderem in Medizintechnik, Luft- und Raumfahrt sowie Automobilbau.
Genau darin liegt eine interessante Parallele zur aktuellen Transformation: Auch heute stehen zahlreiche mittelständische Unternehmen vor der Aufgabe, bestehendes technologisches Wissen auf neue Produkte und Märkte zu übertragen, Kundenstrukturen zu verbreitern und Abhängigkeiten von einzelnen Branchen oder Technologien zu reduzieren.
Für Dr. Guido Grohmann, Hauptgeschäftsführer des BVSU, ist Pforzheim deshalb ein Beispiel für gelungenen Strukturwandel. Eine wichtige Zukunftsstrategie sieht er darin, vorhandene Fähigkeiten nicht nur in einem einzigen Anwendungsfeld einzusetzen. Unternehmen, die mit ihren Kompetenzen mehrere Märkte adressieren können, können einseitige Abhängigkeiten reduzieren und vorhandenes Know-how beispielsweise in der Oberflächenveredelung und Materialwissenschaft für neue Zukunftsmärkte einsetzen.
Warum BVSU und TraFoNetz besonders gut zusammenpassen
Für TraFoNetz ist die neue Kooperation auch deshalb von besonderer Bedeutung, weil sich zwischen den Mitgliedsunternehmen des BVSU und der Zielgruppe des Transformationsnetzwerks zahlreiche Schnittstellen ergeben. Präzisionsfertigung, Metallbearbeitung, Werkstoffkompetenz und Oberflächentechnik sind längst keine Kompetenzen einzelner Branchen mehr. Sie spielen in verschiedenen industriellen Wertschöpfungsketten eine wichtige Rolle.
WFG-Geschäftsführer Jochen Protzer bringt den Ansatz im zugrunde liegenden Manuskript auf den Punkt: „Viele Herausforderungen ähneln denen anderer Industrien, und spätestens bei der Präzisionstechnologie verschwimmen die Grenzen. Mit dem BVSU als Partner füllen wir diese Brücke mit Leben und schaffen neue Perspektiven für Innovation.“
Damit erweitert TraFoNetz sein Netzwerk um einen Partner, der tief in der regionalen Industriegeschichte verwurzelt ist und zugleich Unternehmen zusammenbringt, deren Kompetenzen für die Transformation und Erschließung neuer Märkte eine wichtige Rolle spielen können.
Kooperation wird beim TraFoNetz-Jahreskongress sichtbar
Wie praxisnah die neue Partnerschaft angelegt ist, zeigt bereits eine der ersten gemeinsamen Aktivitäten: Dr. Guido Grohmann wird am 17. November 2026 als Fachexperte am Expertenpanel des TraFoNetz-Jahreskongresses teilnehmen. Gemeinsam mit Fachleuten aus Elektronik, Personalentwicklung, Defence und Handwerk wird das Panel unter der Moderation von WFG-Geschäftsführer Jochen Protzer Perspektiven für die Transformation in Zukunftsmärkte diskutieren.
Damit schlägt sich die neue Kooperation unmittelbar in einem zentralen Thema von TraFoNetz nieder: Unternehmen nicht nur über Transformation zu informieren, sondern unterschiedliche Branchen, Erfahrungen und Kompetenzen zusammenzubringen und daraus neue Perspektiven für den Wirtschaftsstandort Nordschwarzwald zu entwickeln.
Die Partnerschaft mit dem BVSU steht damit exemplarisch für den TraFoNetz-Gedanken: Transformation gelingt dort besonders gut, wo vorhandene Stärken neu gedacht, Branchengrenzen überwunden und Unternehmen miteinander vernetzt werden. Und gerade die Geschichte Pforzheims zeigt: Der Nordschwarzwald hat Transformation bereits erfolgreich gemeistert.
Quelle: Gerd Lache