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EU stuft Magnet-Recycler aus Pforzheim als strategisch wichtig ein
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EU stuft Magnet-Recycler aus Pforzheim als strategisch wichtig ein

Die Europäische Kommission hat das Pforzheimer Unternehmen HyProMag GmbH als „strategisches Projekt“ nach dem europäischen Gesetz über kritische Rohstoffe (Critical Raw Materials Act, CRMA) eingestuft. Die Firma gewinnt aus ausgedienten Magneten, etwa aus alten Festplatten, die darin enthaltenen seltenen Erden zurück und stellt daraus neue Magnete her.

Solche Dauermagnete stecken in Elektroautos, Windrädern und vielen Industrieanlagen. Europa bezieht die Rohstoffe dafür bisher überwiegend aus China. Die EU will diese Abhängigkeit verringern und fördert deshalb Projekte, die Rohstoffe in Europa gewinnen, verarbeiten oder wiederverwerten.

„Wir fühlen uns geehrt, dass die Europäische Kommission die HyProMag GmbH als strategisches Projekt anerkannt hat“, sagt Prof. Dr. Carlo Burkhardt, Mitgründer von HyProMag. „Unter den 46 ausgewählten Projekten beziehen sich nur vier auf seltene Erden, und nur zwei davon sind Recyclingprojekte. Wir sehen darin eine Bestätigung unseres konsequenten Wegs zur Industrialisierung des Recyclings von Seltenerd-Permanentmagneten in Europa sowie eine Anerkennung der Bedeutung von HyProMag für einen verlässlichen Zugang zu kritischen Rohstoffen, die für die europäische Industrie unerlässlich sind.“

Der Status bringt dem Unternehmen praktische Vorteile. Genehmigungsverfahren sollen für Recyclingprojekte höchstens 15 Monate dauern, und eine zentrale Anlaufstelle bei den Behörden soll die Verfahren koordinieren. Zudem unterstützt die EU beim Zugang zu Finanzierung und bei der Suche nach Abnehmern. Außerdem kann das Vorhaben in Genehmigungsverfahren als Projekt von übergeordnetem öffentlichem Interesse gelten. Einen Automatismus oder eine direkte Förderung bedeutet der Status jedoch nicht.

„Wir erwarten nun die im CRMA vorgesehenen Vorteile: kürzere Genehmigungsverfahren mit einer zentralen Anlaufstelle, Unterstützung beim Zugang zu Finanzierung und Hilfe bei der Vermittlung von Abnahmevereinbarungen“, sagt HyProMag-Chef Nelson Brito. „Dafür arbeiten wir selbstverständlich eng mit der Kommission und den zuständigen deutschen Behörden zusammen.“

Das Werk in Pforzheim wird derzeit in Betrieb genommen. Es soll zunächst mindestens rund 100 Tonnen Magnete und Legierungen pro Jahr herstellen. Mit mehreren Schichten sind bis zu etwa 350 Tonnen möglich, später womöglich 750 Tonnen. Nach Unternehmensangaben gibt es bereits Gespräche mit mehreren Kunden.

HyProMag gehört zur britisch-kanadischen Mkango-Gruppe, die an den Börsen AIM in London und TSX-V in Vancouver notiert ist. Zwei weitere Mkango-Vorhaben, eine Seltenerd-Mine in Malawi und eine Aufbereitungsanlage in Polen, tragen bereits denselben EU-Status.