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Editorial des Geschäftsführers Jochen Protzer im Oktober 2026
WFG

Editorial des Geschäftsführers Jochen Protzer im Oktober 2026

Jochen Protzer und Dejan Micic auf der EXPO REAL 2026 vor der KI-gestützten Foto-Experience der Region Nordschwarzwald

Aus Kontakten Chancen machen

Liebe Leserinnen und Leser,

wer die wirtschaftliche Entwicklung im Nordschwarzwald derzeit aufmerksam verfolgt, erkennt zwei Seiten: Auf der einen stehen erheblicher Wettbewerbsdruck, zurückhaltende Investitionen und die Unsicherheit über die Zukunft etablierter Geschäftsmodelle. Auf der anderen Seite erleben wir Unternehmen, die investieren, neue Technologien entwickeln und sich zusätzliche Geschäftsfelder erschließen. Beides gehört zur wirtschaftlichen Realität unserer Region und zeigt, warum wir als Wirtschaftsförderung gerade jetzt besonders gefordert sind.

Die EXPO REAL Anfang Oktober in München hat mir einmal mehr deutlich gemacht, welchen Wert persönliche Begegnungen und ein gemeinsamer regionaler Auftritt haben. Zusammen mit unseren Partnern konnten wir den Nordschwarzwald als attraktiven Wirtschafts- und Investitionsstandort präsentieren. Besonders gefreut haben mich die vielen guten Gespräche und unsere drei Business-Talks mit Mathias Heiser von THOST Projektmanagement, Johannes Feldmann von der SFS Group und Matthias Raisch von der Bäckerei Raisch. Drei Unternehmerpersönlichkeiten aus ganz unterschiedlichen Branchen, die eindrucksvoll gezeigt haben, wie viel unternehmerische Kompetenz und Innovationskraft in unserer Region stecken.

Und dann war da noch unsere KI-gestützte Foto-Experience. Sie entwickelte sich zu einem echten Publikumsmagneten am baden-württembergischen Gemeinschaftsstand. Mit einem Augenzwinkern, viel Kreativität und künstlicher Intelligenz wurde der Schwarzwald auf überraschende Weise erlebbar. Vor allem aber hat die Aktion Menschen zusammengebracht und Gespräche ermöglicht, die sonst vielleicht gar nicht zustande gekommen wären. Genau darum geht es bei einem guten Messeauftritt: Sichtbarkeit schaffen, Neugier wecken und wertvolle Kontakte entwickeln.

Doch Kontakte allein reichen nicht. Entscheidend ist, was daraus entsteht.

Das gilt insbesondere für die industrielle Transformation. Unsere Unternehmen verfügen über vielfältige Kompetenzen in der Präzisionsfertigung, im Maschinenbau, in der Kunststoffverarbeitung und Automatisierung. Fähigkeiten, die nicht nur in der Automobilindustrie gebraucht werden. Die Herausforderung besteht darin, diese Stärken für andere Märkte zu nutzen und neue Geschäftsfelder zu erschließen.

Genau hier setzt unser TraFoNetz-Jahreskongress am 17. November in Pforzheim an. Unter dem Motto „Neue Märkte. Neue Kompetenzen. Neue Perspektiven.“ richten wir den Blick auf Zukunftsfelder wie Medizintechnik, Umwelttechnik, Luft- und Raumfahrt, Defence sowie Robotik und künstliche Intelligenz in der Produktion. Dabei geht es um konkrete Fragen: Welche unserer Kompetenzen sind in anderen Branchen gefragt? Wie gelingt der Zugang zu neuen Märkten? Und wie können daraus tragfähige Geschäftsbeziehungen entstehen? Ich würde mich freuen, wenn möglichst viele Unternehmerinnen und Unternehmer diese Gelegenheit nutzen.

Dazu passt auch unsere Delegationsreise zur COMPAMED am 18. November nach Düsseldorf. Die internationale Fachmesse für die medizintechnische Zulieferindustrie bietet die Möglichkeit, neue Technologien, Marktanforderungen und potenzielle Geschäftspartner kennenzulernen. Gerade für Unternehmen, die ihre Abhängigkeit von einzelnen Branchen verringern wollen, kann ein gezielter Blick in diesen anspruchsvollen Markt wertvoll sein. Viele Unternehmen unserer Region bringen dafür wichtige technologische Kompetenzen mit.

Gleichzeitig wollen wir die Zusammenarbeit innerhalb des Nordschwarzwalds stärken. Unser Digitaler Marktplatz bringt Unternehmen mit freien Produktionskapazitäten, konkreten Bedarfen oder Kooperationsinteressen zusammen. Denn warum immer zuerst in die Ferne schauen, wenn sich eine Lösung vielleicht schon beim Unternehmen im Nachbarort findet? Entscheidend ist, dass die Plattform aktiv genutzt wird und daraus tatsächlich Kooperationen entstehen. Deshalb meine Einladung: Bringen Sie Ihre Angebote und Gesuche ein und nutzen Sie die Chancen regionaler Zusammenarbeit.

Auch für die WFG selbst wurde eine wichtige Weichenstellung vorgenommen. Aufsichtsrat und Gesellschafterversammlung haben Dejan Micic zu meinem Nachfolger als Geschäftsführer gewählt. Er wird die Verantwortung zum 1. April 2027 übernehmen. Ich kenne und schätze Dejan aus unserer bisherigen Zusammenarbeit, insbesondere aus dem Fachbeirat der WFG und gemeinsamen Projekten. Ich freue mich, dass die Nachfolge frühzeitig geregelt wurde und damit Klarheit für die Zukunft unserer Gesellschaft besteht. Dass wir wenige Tage nach dieser Entscheidung gemeinsam auf der EXPO REAL unterwegs waren, hat mich besonders gefreut. Auch das Foto zu diesem Editorial ist dort entstanden – vor unserer KI-gestützten Foto-Experience. Ein schöner gemeinsamer Moment und eine Gelegenheit, sich über die anstehenden Aufgaben auszutauschen.

Bis zu meinem Ausscheiden Ende März 2027 liegt noch einiges vor uns. Besonders wichtig ist mir, die begonnenen Projekte konsequent weiterzuführen, die Perspektiven unseres Transformationsnetzwerks zu sichern und die WFG als leistungsfähige Agentur der Region gut für die kommende Zeit aufzustellen.

Die Herausforderungen für unsere Wirtschaft werden nicht kleiner. Aber der Nordschwarzwald verfügt über starke Unternehmen, engagierte Menschen und gewachsene Netzwerke. Wenn es uns gelingt, diese Stärken noch konsequenter zu verbinden und daraus wirtschaftliche Chancen zu entwickeln, haben wir allen Grund, mit Zuversicht nach vorne zu schauen. Daran arbeiten wir – gemeinsam mit Ihnen und unseren Partnern in der Region.

Ich wünsche Ihnen eine interessante Lektüre und freue mich auf die Begegnungen und Gespräche in den kommenden Wochen.

Herzliche Grüße

Jochen Protzer

Geschäftsführer Wirtschaftsförderung Nordschwarzwald GmbH