Mit dem neuen Koalitionsvertrag setzen Bündnis 90/Die Grünen und CDU in Baden-Württemberg verstärkt auf wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit, Innovation und Transformation. Aus Sicht der WFG enthält der Vertrag viele wirtschaftsfreundliche und mittelstandsnahe Ansätze, die gerade für den Nordschwarzwald wichtige Chancen eröffnen.
Besonders positiv bewertet werden die klare Priorität für Wirtschaft, Wachstum und Beschäftigung sowie die angekündigten Maßnahmen zum Bürokratieabbau und zur Beschleunigung von Genehmigungsverfahren. Unternehmen sollen künftig stärker von digitalen Verwaltungsprozessen, vereinfachten Gründungen und schnelleren Investitionsentscheidungen profitieren. Gerade für mittelständische Betriebe könnten dadurch Zeit, Kosten und personelle Ressourcen spürbar reduziert werden.
Auch die angekündigte High-Tech-Strategie eröffnet neue Perspektiven für industrielle Regionen wie den Nordschwarzwald. Schwerpunkte bei Künstlicher Intelligenz, Robotik, Automatisierung und Green Tech bieten insbesondere Industrieunternehmen und Automotive-Zulieferern wichtige Ansatzpunkte, um neue Geschäftsfelder zu erschließen und ihre Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu sichern. Gleichzeitig soll die Transformation der Industrie stärker begleitet werden – etwa durch Technologieförderung, Qualifizierungsangebote und innovationsfreundliche Rahmenbedingungen.
Für die Region ergeben sich daraus konkrete Chancen in zentralen Zukunftsfeldern:
- Industrie und Automotive-Zulieferer
- KI, Robotik und Green Tech
- Tourismus und Fachkräfte
- ländliche Infrastruktur und digitale Anbindung
Positiv hervorzuheben sind außerdem:
✅ die geplante Stärkung von Mittelstand, Handwerk, Unternehmensnachfolge und beruflicher Bildung
✅ der weitere Ausbau der digitalen Infrastruktur im ländlichen Raum
✅ bessere Voraussetzungen für Innovation, Forschung und Technologietransfer
✅ stärkere Unterstützung für Unternehmen in Transformationsprozessen
Gerade kleine und mittlere Unternehmen könnten von neuen Förderinstrumenten, besseren Netzwerken und schnelleren Zugängen zu Innovation und Qualifizierung profitieren. In Zeiten hoher Energiepreise, zunehmenden Wettbewerbsdrucks und tiefgreifender Branchenveränderungen sendet der Koalitionsvertrag damit wichtige wirtschaftspolitische Signale.
Gleichzeitig wird entscheidend sein, wie schnell die angekündigten Maßnahmen tatsächlich umgesetzt werden. Viele Vorhaben stehen unter Haushaltsvorbehalt, und an mehreren Stellen fehlen bislang konkrete Aussagen zur regionalen Umsetzung. Besonders bei der Transformation der Automotive-Zulieferindustrie braucht es aus Sicht der regionalen Wirtschaft klare Investitions- und Qualifizierungspfade für kleine und mittlere Unternehmen. Auch bei den Themen Straße, Schiene, Pendlerverflechtungen und Erreichbarkeit wird die Region ihre Interessen weiterhin aktiv vertreten müssen.
Für den Nordschwarzwald ergibt sich daraus ein klarer Auftrag: Die Region muss ihre Potenziale, Projekte und Prioritäten selbstbewusst in die Landespolitik einbringen. Aus Sicht der Wirtschaftsförderung kommt es jetzt darauf an,
- regionale Transformationsprojekte konkret zu benennen
- als sichtbarer One-Stop-Shop für Unternehmen aufzutreten
- belastbare Daten und Standortindikatoren bereitzustellen
- die Zusammenarbeit von Kammern, Hochschulen, Kommunen und Unternehmen weiter zu stärken
Mehr zum Koalitionsvertrag hier: 2026-2031_Koa-Vertrag_GrueneBW_CDUBW_web