Sehr geehrte Damen und Herren,
ein neues Jahr hat begonnen – und viele Themen nehmen wir aus 2025 mit: konjunkturelle Unsicherheit, hoher Transformationsdruck in zentralen Branchen, Kurzarbeit und der Abbau von Arbeitsplätzen, gleichzeitig aber auch erhebliche Fachkräfteengpässe in wichtigen Bereichen sowie nahezu überall eine spürbare Zurückhaltung bei Investitionen. Das alles ist Realität. Gleichzeitig gilt: Gerade in anspruchsvollen Phasen entscheidet sich, wer Chancen erkennt, Tempo hält und konsequent an der eigenen Wettbewerbsfähigkeit arbeitet.
Als Wirtschaftsförderung Nordschwarzwald setzen wir 2026 auf genau diese Mischung aus Klarblick und Handlungsorientierung. Wir bleiben nah an den Unternehmen und ihren Beschäftigten, an Institutionen und Organisationen, bringen Akteure zusammen und unterstützen dabei, nächste Schritte pragmatisch zu planen und umzusetzen – von Innovation und Qualifizierung über den Eintritt in Zukunftsmärkte bis hin zu Digitalisierung und Cybersicherheit.
Ein wichtiger Anker für die gesamte Region ist dabei das Transformationsnetzwerk Nordschwarzwald (TraFoNetz): Die Bundesförderung – und damit die Arbeit im Netzwerk – wird auch 2026 fortgesetzt. Für die Fortsetzung der Förderung danken wir ausdrücklich. Das schafft Planungssicherheit und gibt Rückenwind für Unternehmensbesuche, Formate und Projekte, die konkrete Wirkung entfalten. Gleichzeitig richten wir den Blick nach vorn: 2026 ist ein entscheidendes Jahr, um die Weichen für die nächste Förderperiode 2027–2029 zu stellen und die Region Nordschwarzwald gemeinsam mit starken Partnern überzeugend auf Bundesebene zu positionieren.
Ein Schwerpunkt, der weit über einzelne Projekte hinausreichen kann, ist die Initiative „10. Landesuniversität – nach Pforzheim“. Die Stadt Pforzheim hat hierzu einen Unterstützerkreis ins Leben gerufen und wirbt geschlossen dafür, Universitätsstandort zu werden. Sollte die politische Entscheidung für eine zehnte Landesuniversität tatsächlich in Angriff genommen werden, wird sich die Region – und insbesondere Pforzheim – mit großem Engagement in den Wettbewerb um den Standort einbringen und eine überzeugende Bewerbung vorlegen. Das Anliegen ist strategisch: Eine Landesuniversität stärkt die Ausbildung von Fachkräften, schafft neue Forschungskapazitäten, erhöht den Wissens- und Technologietransfer in Unternehmen und steigert die Attraktivität der Region für Talente, Gründungen und Investitionen. Für einen Standort im Wandel ist das ein zentraler Hebel – gerade dann, wenn wir Transformation nicht nur verwalten, sondern aktiv gestalten wollen.
Mehr Informationen sowie aktuelle Beiträge finden Sie im Blog der Stadt Pforzheim:
https://www.pforzheim.de/stadt/aktuelles/landesuniversitaet-in-pforzheim.html
Darum mein Appell zum Jahresauftakt: Unterstützen Sie die Bewerbung aktiv. Ob Unternehmen, Institution, Verband oder Privatperson – jedes sichtbare Bekenntnis zählt. Bringen Sie sich ein, sprechen Sie darüber und werben Sie in Ihrem Netzwerk für diese Chance. Wenn viele Stimmen gemeinsam sagen: „Ja, wir wollen diese Zukunftsinvestition hier“, entsteht ein Rückenwind, der in Stuttgart und darüber hinaus wahrgenommen wird.
Einen besonders fundierten und überzeugenden Beitrag zur Entwicklung der Automobil- und Zuliefererindustrie und vieler produzierender Branchen in der Transformation liefert Prof. Kölmel in dieser Ausgabe. Der Vorsitzende des Transformationsbeirats beschreibt 2026 nicht als Jahr der Normalisierung, sondern als Jahr der Selektion. Seine Analyse macht deutlich: Für den Nordschwarzwald ist nicht die Marktgröße entscheidend, sondern die Geschwindigkeit der Anpassung. Wer Effizienz im Bestehenden mit Zukunftsfähigkeit verwechselt, riskiert strukturelles Schrumpfen. Wettbewerbsfähig bleiben jene Unternehmen und Regionen, die Portfolio, Fertigung, Datenfähigkeit und Kompetenzen konsequent neu ausrichten.
Ich wünsche Ihnen und uns allen ein Jahr 2026 mit Mut zur Umsetzung, guten Kooperationen und dem festen Willen, die Stärken des Nordschwarzwalds in neue Wertschöpfung zu übersetzen.
Herzliche Grüße
Jochen Protzer
Geschäftsführer Wirtschaftsförderung Nordschwarzwald GmbH